Fraktur: W12W6

Fraktur: W12W6

Die Anfänge der Fraktur-Serie gehen mindestens in das Jahr 2014 zurück. Irgendwann um diese Zeit sah ich auf einer Ausstellung einige Original-Abzüge von Otto Steinert, darunter auch welche seiner "Pariser Formen", die letztendlich die Inspiration für die Frakturen gaben.
Diese Begegnung mit Steinert und seiner "subjektiven fotografie" war ein Schlüsselmoment für mich: plötzlich konnte ich meinen eigenen photographischen Ansatz in der Geschichte der Photographie verorten.
"'subjektive fotografie' heißt vermenschlichte, individualisierte Fotografie, bedeutet Handhabung der Kamera, um den Einzelobjekten ihrem Wesen entsprechende Bildsichten abzugewinnen."
Ich bilde nicht die Welt als Objekt ab, sondern durch die Handhabung der Kamera bringe ich meine Sicht zum Vorschein.
In Fraktur geht es um die Fassade, die in Quadranten gebrochene Welt, um Reduktion.
Fraktur, weil unsere Häuser, unsere Wohnstätten in der Stadt auf mich wirken wie, als hätten wir uns unsere Welt gebaut, indem wir sie Stück für Stück aus dem Himmel gebrochen haben.